Wohngemeinschaften

Im Gemeinschaftswerk zuhause

Wohngemeinschaften sind den meisten aus der Studentenzeit her bekannt. Sie sind im Unterhalt günstig  (Miete anteilig) und ermöglichen, je nach Bedürfnis, den Kontakt zu anderen Mitbewohnern. Es ist immer was los und es wird nicht langweilig.

Diese Wohnform bieten mehrere Vorteile und Synergieeffekte, wie:

  • gegenseitige Hilfe und Unterstützung bei der Hausarbeit – Putzen,
  • Gemeinsames Nutzen von Küchengeräten, Haushaltsmitteln, technischen Geräten – wie Staubsauger, Waschmaschine oder auch das Mobiliar im Gemeinschaftsraum
  • Einkauf – z.B. Lebens- und Haushaltsmittel
  • Gemeinsames Kochen, Backen

In Wohngemeinschaften nicht nur für Menschen mit Demenz teilen sich meist sechs bis zehn Mieter eine Wohnung. Jedes WG-Mitglied bewohnt darin ein eigenes Zimmer mit eigenen Möbeln. Sollten Sie als Paar in eine Wohngemeinschaft einziehen, ist eine Splittung der Räume in Schlaf- und Wohnbereich möglich.

Weitere Räumlichkeiten die gemeinschaftlich genutzt werden:

  • 1 Küche
  • 1 Wohnzimmer
  • 2 Toiletten
  • 1 -2 Bäder

Das Konzept der ambulant betreuten Wohngemeinschaften bietet die Möglichkeit, dass Menschen mit Unterstützungsbedarf länger selbstbestimmt leben können.

Angehörige werden entlastet und können jedoch zugleich Einfluss auf die inhaltliche Ausgestaltung ausüben und Verantwortung in „kleinen“ Alltagsdingen übernehmen.

Für die Mieter kann die Wohngemeinschaft im Laufe der Zeit zu einer vertrauten Umgebung werden. Die Gruppe ist überschaubar und es kommen stets die gleichen Pflegekräfte und Helfer ins Haus.

Es werden 2 Verträge geschlossen. Zum einen schließen Sie mit dem Vermieter einen Mietvertrag und mit der Sozialstation einen Pflege- und Betreuungsvertrag.

  • Miete
  • Kosten für die Haushaltsführung – u.a. Einkauf von Lebens- und Verbrauchsmittel mitteln, Strom – und Telefonkosten, GEZ, Ausstattungsgegenstände für den gemeinschaftlich genutzten Wohnraum, GEZ, kl. Reparaturen ( Leuchtmittel).
  • Kosten für Pflege und Betreuung – sind abhängig vom Pflegegrad und werden direkt mit der Pflegekasse abgerechnet.
    Sollten die tatsächlichen Pflegekosten die Leistungen der Pflegekasse übersteigen und nicht genügend eigene finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, übernimmt unter bestimmten Voraussetzungen der Sozialhilfeträger die Kosten.
  • Leistungen der medizinischen Behandlungspflege werden bei Begründung der Notwendigkeit durch Ihren behandelnden Arzt von Ihrer Krankenkasse übernommen. Die Abrechnung erfolgt direkt mit den Krankenkassen.

Die Kosten für Miete, Haushaltsführung und Investitionskosten zahlen Sie selbst.

Ausführliche Auskünfte geben wir Ihnen gern auf Nachfrage.

Grundsätzlich selbstbestimmt und so normal wie Sie es möglichst gewohnt sind. Natürlich gestaltet sich das zukünftige Zusammenleben mit anderen Menschen auch anders, zumal Sie vielleicht schon seit einigen Jahren gewohnt sind allein zu leben. Sie haben immer die Möglichkeit des Rückzugs und der eigenen Tagesgestaltung. Sie haben aber auch die Möglichkeit Gemeinschaft zu erleben, sich inspirieren zu lassen und wieder neue Lebensqualität zu spüren.

Der Alltag orientiert sich an den Wünschen und Bedürfnissen des einzelnen Mieters. Angestrebt wird eine abgestimmte Tagesstruktur:

  • Individueller Start in den Tag – Unterstützung beim Aufstehen, Morgentoilette, Ankleiden
  • Frühstück – incl. Vor- und Nachbereiten
  • Kurze Absprache für den Tag – u.a. Gibt es Termine (Arzt, Frisör, Fusspflege)? Ist heute ein besonderer Tag? Was soll es zu Mittag geben? Wer übernimmt welche Aufgaben, wie Zeitung holen, Gemüse putzen, Kuchen backen, Wäsche aufhängen ect.? Aufgabenverteilung
  • Vormittag – Die Mieter gehen ihren individuellen Terminen, Aufgaben und Neigungen nach. Eine gemeinsame Zeitungsschau und der Austausch über Ereignisse oder Mithilfen beim Einkaufszettel schrieben ist auch möglich.
  • Mittagessen und anschließende Mittagsruhe (je nach Wunsch)
  • Nachmittag – hier kann jeder seinen Alltag so gestallten, wie er es sich vorstellt. Ob Besuch empfangen, ein Buch lesen oder an den gemeinschaftlichen Angeboten wie

musizieren, Spazieren gehen, Ausflüge teilnehmen

  • Abendessen – incl. Vor- und Nachbereiten
  • Abendgestaltung nach Wunsch und Belieben der Mieter
  • Individuelles zu Bett gehen – Unterstützung bei der Abendtoilette, Umkleiden

Die Mieter erhalten durch das Personal, dass mit der „Präsenzpersonen“, die als Bezugs- bzw. Begleitpersonen den Tagesablauf mit den Mietern gemeinsam gestalten, den ehrenamtlichen Helfern und Angehörigen zusammenarbeitet rund um die Uhr Unterstützung und Hilfestellung.

Bevor Sie sich für ein Leben in einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft entscheiden, sollten Sie mit den Angehörigen der anderen WG-Mitglieder sprechen. Vereinbaren Sie ein gemeinsames Kaffeetrinken, einen „Schnuppertag“ – wir vermitteln gerne den Kontakt.

Angehörige können sich sehr gut in den Tagesablauf einbringen. Sie sind zu jeder Zeit gern gesehen, auch wenn Mann/Frau es nicht täglich schafft. Der enge Kontakt zur Familie, zu Freunden, der Präsenzpersonen und den Mitarbeitendender ambulanten Pflege, sowie den ehrenamtlichen Helfern ist wichtig, um das Wohlgefühl der Mieter zu fördern und zu erhalten.

Das Konzept der ambulant betreuten Wohngemeinschaften sieht vor, dass Angehörige als Auftraggebergemeinschaft je nach eigenen Möglichkeiten Initiative ergreifen und Verantwortung übernehmen. Es gibt eine Reihe Fragen, die gemeinsam mit allen Angehörigen einer Wohngemeinschaft geklärt werden müssen:

  • Wer führt die gemeinsame Haushaltskasse?
  • Wie hoch ist der monatliche Beitrag jedes WG-Mitglieds?
  • Wer bekommt einen Schlüssel zur Wohnung?
  • Wer kauft Lebensmittel ein?
  • Wie ist geregelt, wer in die WG aufgenommen und wer unter Umständen auch wieder ausgeschlossen wird?

Angehörige finden sich zusammen ( mind. 3 Mieter/Angehörige) und gründen eine sogenannte Auftraggebergemeinschaft. Sie legt die Kriterien für das Zusammenleben in der Wohngemeinschaft fest. Was Sie dabei berücksichtigen müssen, können Sie hier nachlesen.

Wir unterstützen wir Sie gern dabei.

Dazu hat das Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend eine Broschüre erstellt.

Nachzulesen: Broschüre-ambulant-betreute WG